State-of-the-art: Modernste OP-Säle im Herzen Bayerns

Zukunftsorientierter Hospitalbau wurde bei der Realisierung der Glas OPs für das Klinikum Augsburg durch die HT Labor + Hospitaltechnik groß geschrieben. Ca. 3 Millionen Euro betrug die Auftragssumme, 18 Operationsräume wurden neu errichtet und insgesamt 4 700 m² Material von HT in zwei Bauabschnitten über einen Zeitraum von drei Jahren verbaut.   

Das Projekt Augsburg – eine herausfordernde Planungsaufgabe: Logistische Anforderungen, kostenoptimierte Arbeits- und Ablaufprozesse, gekoppelte funktionale Zusammenhänge – bei der Konzeption eines Krankenhauses bedarf es eines übergreifenden Fachwissens. Auch die chirurgische Versorgung entwickelt sich rasant weiter. Neue minimalinvasive Techniken und der vermehrte Einsatz von Bildgebung verändern den Arbeitsplatz Operationssaal radikal. Im Zeitalter diesen technologischen Wandels konzentriert sich die Planung eines OPs auch auf die Perspektiven für die Zukunft. Durch die modulare Systembauweise der Produkte der HT Labor + Hospitaltechnik ist die größtmögliche flexible Anpassungsfähigkeit und Nachrüstbarkeit zur Integration neuer Geräte gegeben.

Eine ganzheitliche Planung war auch für den Umbau des OP-Trakts des Mutter-Kind-Zentrums im Klinikum Augsburg nötig. In zwei Bauabschnitten wurde während des laufenden Betriebes der komplette OP-Bereich modernisiert. Sowohl die Operationssäle und deren Einleitungen als auch  der Sterilflur und  dessen Nebenräume wurden komplett von der HT Labor + Hospitaltechnik umgesetzt. Der komplette Prozess, von der Planungsphase bis hin zum vollständigen Umbau dauerte von September 2012 bis Juli 2015. Der erste Bauabschnitt wurde im September 2013 abgeschlossen, der zweite Abschnitt wurde von Oktober 2013 bis Juli 2015 realisiert. Wichtig war es dabei den laufenden Betrieb des Krankenhauses nicht zu behindern: Vor allem Staub und Schmutz oder die Störung der Patienten durch Lärm waren zu vermeiden.

Die modulare Bauweise der Raumsysteme von HT eignete sich hierfür hervorragend, da auf der Baustelle selbst nur die Unterkonstruktion für die modularen Systembauteile aufgestellt und die vorproduzierten Teile montiert werden müssen.

Ausführung in Glas – Ästhetisch und klug

Im Krankenhausbereich wurden in den letzten Jahren neue Hygienestandards gesetzt. So wurde in Augsburg der Werkstoff Glas als alternatives Material im Operationsbereich verwendet. Glas dient neben dem ästhetischen Aspekt vor allem der Hygiene, da es die Kontamination mit sogenannten Krankenhauskeimen deutlich vermindert. Durch die nahezu porenfreie Oberfläche haben Keime weniger Haftfläche, den gängigen Desinfektions- und Reinigungsmittel hält Glas ohne Probleme stand. Auch für die Arbeitsatmosphäre ist Glas eine angenehme Alternative: Es kann mit beliebigen Farben oder frei wählbaren, hochaufgelösten Bildmotiven bedruckt werden.

In die Paneele integriert sind sowohl Brand- als auch Strahlenschutz sowie eine Infrarot-Wandheizung mit 3,2 KW – in den Kinder-OPs sogar eine Deckenheizung mit 8 KW, um im OP-Betrieb eine Temperatur von 32° C gewährleisten zu können. Alle Einbauten sind flächenbündig ausgeführt, Medienanschlüsse hinter Medienklappen verborgen, Monitore hygienisch hinter den Glaspaneelen verbaut.  

Modernste Technik – Hybrid OPs

Alle OPs sind mit Strahlenschutz ausgestattet, vor allem die zwei Hybrid-OPs benötigen diesen Schutz um vor intraoperativem CT-Scan und Röntgendiagnostik abzuschirmen. Deshalb wurde in den Paneelen, Türen und Fenstern Blei mit einer Stärke von 0,7–2 mm verbaut. Einer der beiden Hybrid-OPs ist mit einem CT-Gerät ausgestattet, das über Laufschienen nach Bedarf über den OP-Tisch gefahren werden kann. Der andere verfügt über eine bodenmontierte einarmige Angiographie-Einheit, bei der der robotergesteuerte Arm beliebig eingestellt werden kann. Durch die großen Geräte sind die Hybrid-Operationsräume größer auszuführen, in der Regel beträgt ihre Größe um die 70 m², die der Standard OPs nur um die 40 m².

HT Control – Raumsteuerung neu definiert

Die hohe Technologieanforderung endet aber nicht bei den Hybrid-Geräten, sondern setzt sich im spezialisierten Gebäudemanagementsystem HT Control fort. HT Control ermöglicht dem medizinischen Personal mit intelligenter Touchscreen-Oberfläche in bis dato ungekannter Weise die Steuerung, Regelung und Überwachung des Operationsaals mit der dort installierten Medizintechnik. Die für das Klinikum Augsburg individuell auf Kundenwunsch angepasste Benutzeroberfläche lässt die Steuerung von Türen über Lichtlösungen bis hin zur spezifischen Worklist im jeweiligen OP zu. Dadurch werden Arbeitsabläufe erleichtert, Patientendaten wie z.B. die Bildgebung in den Hybrid-OPs können direkt der Patientenakte zugeordnet werden. Durch den bündigen Einbau und die simple sowie intuitive Bedienung über den Touchscreen ist diese Lösung ein weiterer Schritt in die Zukunft, in den OP von morgen.

130 Türen im gesamten Bereich

Ein weitere Besonderheit des Projektes sind die 130 Türen, die von HT im gesamten OP-Bereich verbaut wurden. Eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten mit den verschiedensten Anforderungen wurden montiert. Die Zugangstüren zu den OP-Sälen sind raumhohe Schiebetüren mit der Brandschutzklasse T30, zusätzlich wurden auch einige Drehtüren mit diesem Brandschutz ausgestattet. Die Türen von HT können durch die Manufaktur in Heideck  in verschiedensten Größen und Ausführungen angefertigt werden. Dadurch sind sie perfekt in die räumlichen Gegebenheiten integrierbar und unterstützen folglich den bestmöglichen Workflow. 

Alle Bilder, Fotograf: Mark Wohlrab