Hybrid Operationssäle in modularer Bauweise

Zukunftsorientierte Entwicklungen und Innovationen in Medizintechnik und Operationsmethoden machen moderne Operationsräume in flexibler Bauweise unumgänglich. Intraoperative Bildgebung nimmt stetig an Bedeutung zu, da sie Prozesse verkürzt und Patientenwege spart, wodurch die Logistik optimiert wird und somit die Kosteneffizienz gesteigert wird.

Hybrid Operationssäle haben im Gegensatz zu Standard OPs zusätzliche Anforderungen. Um die spezifischen Vorgaben zu erfüllen, die der intraoperative CT-Scan, die Röntgendiagnostik und die Strahlentherapie erfordern, wird Strahlenschutz durch eine Bleistärke von bis zu 50 mm eingesetzt. Im Gegensatz dazu beträgt der Standard Bleigleichwert bei einer zweischaligen Wand nur 0,6 mm Pb.

Verschiedene Diagnostikmethoden können im Hybrid-OP zum Einsatz kommen, wie z.B. MRT, CT oder Angiographie-Untersuchungen, wodurch unterschiedliche Hybrid-Geräte gefordert sind. Diese reichen von mobilen C-Böden bis hin zu robotergesteuerten, bi-direktionalen Angiographie-Einheiten oder auf Laufschienen montierte MRT-Geräte. Aufgrund dieser großen Anlagen und der hohen Anzahl an beteiligtem Personal empfiehlt sich eine Raumgröße von ca. 70 m²; im Gegensatz werden Standard OPs mit nur ca. 40 m² geplant.

Bei der Planung und dem Bau eines Hybrid OPs sind eine Vielzahl von Aspekten in Betracht zu ziehen. Nicht nur der Strahlenschutz muss berücksichtigt werden, auch der Gerätetyp, Hygienevorschriften sowie die Licht- und Datenintegration und Bildgebung haben großen Einfluss auf die Planung und Ausführung. Abhängig vom installierten Hybrid-Gerät muss die Stärke des Strahlenschutzes angepasst werden. Falls ein deckenmontierter Typ zum Einsatz kommt ist die Verstärkung der Deckenkonstruktion zwingend notwendig, um das Gewicht zu tragen. Große Laufwege und Bewegungsradien führen zu einem hohen Kollisionsrisiko, welches durch klare 3D Visualisierung vor Baubeginn vermieden werden kann. Auch eine Störung der turbulenzarmen Luftströme der LAF-Decke kann durch ein Hybrid-Gerät verursacht werden und sollte deshalb im Vorfeld beachtet und entsprechend reagiert werden, z.B. mit einer vergrößerten LAF-Decke von 3 x 3 m.

Da die Bildgebung im Hybrid OP gute Bildqualitäten benötigt, um die gesammelten Daten detailgetreu darstellen zu können werden hochauflösende Monitore eingesetzt, die von HT aus hygienischen Gründen bündig hinter Glas verbaut sind.

Wie bereits erwähnt erfordern Hybrid OPs, besonders wegen der hohen Kollisionsrisiken einen interaktiven Planungsprozess sowie 3D Visualisierung. Diese ermöglicht dem Kunden die detaillierte Projektbetrachtung bereits in der Planungsphase. Diese zeitliche und technische Planungssicherheit führt zu hoher Kosteneffizienz und Budgetsicherheit. Die modulare Bauweise empfiehlt sich, da flexible Wandgestaltung, schnelle und einfache Installation und Austausch einzelner Wandpaneele für innovative Technologien und neue Geräte der einzige Weg sind, einen OP der Zukunft zu gestalten.